Nachdem
ich nicht so gut geschlafen habe und wie immer viel zu frueh wach war, konnte ich string, der jetzt auch blogt zum Aufstehen und Kaffeekochen bewegen (ja so eine Freundschaft braucht ihre festen Rituale).
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ich nicht so gut geschlafen habe und wie immer viel zu frueh wach war, konnte ich string, der jetzt auch blogt zum Aufstehen und Kaffeekochen bewegen (ja so eine Freundschaft braucht ihre festen Rituale).
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unbedingt raus und bin deshalb heute morgen kurzentschlossen doch nach Berlin getrampt. Jetzt geht’s mir besser.
Nachdem letzte Woche kein Maedchenworld auf der Rueckseite der Jungle World war, hatte ich ja fast schon Depressionen. Oh was fuer eine schreckliche Woche ohne Gemma. Erst diese Zicken auf dem Ponnyhof, dann Kasimir, die Entscheidung ihn zu verlassen zugunsten eines echt maedchenmaessigen abenteuerlichen Lebens, dann Pink, die ich aber nicht so witzig fand (war froh als sie sich wieder in Luft aufgeloest hat..), ja ich verfolge Gemmas Leben, seit dem ersten Teil mit Begeisterung. Ich gebe zu, dass ich jeden Mittwoch schnell in die Kueche laufe, alle verlassenen Zeitungsstapel nach der letzten Seite durchsuche, mich dann auf einen Stuhl fallenlasse und erst mal lese was in der Maedchenworld neues passiert ist. Stellt euch nun die Tage vor an denen ich blaetter und blaetter und immer wieder fassungslos die Rueckseite betrachete, dann doch das Inhaltsverzeichnis ueberfliege, ob nicht ein Hinweis auf eine Verschiebung des Maedchenworld zu finden ist, immer ohne Erfolg natuerlich. Ach und dann die Wochen nach solchen Wochen, wo man dann froh feststellt, dass die Katze Gemma doch nicht erwischt hat (puh war das knapp) und wieder gespannt auf neue Episoden (und Sticker!) aus dem Reich der Maedchen wartet.
Vor ein paar Wochen tauchte neben unserer Dusche ein Duschbad mit dem schoenen Namen Alaska auf. Ein Mitbewohner hatte es von wohlmeinenden Anverwandten geschenkt bekommen und es achtlos beiseite gestellt. Nachdem ich auf der Stelle begeistert war, musste ich lesen, dass das jetzt einen unverwechselbar echten Mann aus mir gemacht hat. Also, falls ihr demnaechst irgendwo rumsteht euch wundert, weil ein Hauch echter Kerl in der Luft liegt, dann bin ich wohl in der Naehe.
Katzen, seit wir verkuendet haben, nach einer angemessenen Trauerzeit, eine Nachfolgerin der Kotsche zu suchen, um das leidige - altes Haus und Maeuse - Problem zu vermeiden. Scheinbar gibt es unzaehlige kleine Harbstkaetzchen die ein neues Zuhause suchen. An dieser Stelle muss ich auch noch mal betonen, dass wir wirklich nur eine KATZE suchen, und dass wir bis zu A’s grosser Geburtstagsparty um Kotschka trauern (vor allem auch weil so eine Party fuer eine neue Katze immer erst mal ein ganz schoener Schreck ist).
Und ausserdem habe ich heute das erste mal diese Saison geheizt. Stark wa?
Zuerst hat es super geraucht, weil das Ofenrohr nach dem letzten ein- und ausbauen nicht mehr dicht war. Zum Glueck hat M dann meinen Winter vorm Computer mit einer lustigen grauen Dichtmasse gerettet. Andererseits sind das auch die Situationen in denen ich mir immer ein bisschen komisch vorkomme. Ich stand da so vor diesem rauchenden Ding wie ein kleines Haeufchen Elend und sah mich vor meinem inneren Auge bereits lange und unheimlich frieren, mehrere Leute kamen vorbei, um zu fragen ob alles bei mir ok ist und ich fuehlte mich, durch dieses extra Verweisen auf die Desolatheit meiner Situation, noch hilfloser. Na ja immerhin kann ich das naechste mal gleich selber an graue Gabbelmasse denken und mich ueber die schoene Waerme freuen.
Als ich zu Hause eintraf war das Loch bereits gegraben. Kotschka ruht also jetzt unter der Wiese in unserem Hof. Wir haben inzwischen alle lustigen Geschichten ueber sie ausgetauscht, viele makabere Witze gemacht und unsere Traurigkeit geteilt. Natuerlich mussten wir auch diskutieren wieviel Trauer um so eine Katze angemessen ist. Da ein Grossteil der Leute sich eine sentimentale Beerdigung gewuenscht hat, und auch einige ehemalige Mitbewohner sich diesem Ereignis anschliesen wollten, haben wir das also dann auch so gemacht. B war in den letzten Monaten auf 2 Beerdigungen und konnte uns ein wenig in die Konventionen einweisen. So haben wir alle eine Blume geworfen, eine Schaufel Erde gekippt, dramatische Gesichter gemacht und Kotsche verabschiedet. Eine Rede gab es nicht. Dafuer ein grosses Festessen. B hatte einen, im doppelten Sinne des Wortes, unheimlich suessen Katzenkopfkuchen gebacken, und es gab es Eis, Quark- und Schokokuchen mit Streusseln. Zum Essen war dann auch M gluecklicherweise mit anwesend. Er war die einzige Gegenstimme beim Thema feierliche Beerdigung. Wie es sich fuer ein demokratisches Hausprojekt gehoert, hatte er deshalb auch eine Beerdigungsprotestaktion vorbereitet. Es wurden Flyer mit durchgestrichenen Kreuzen geworfen und ein Spruch aus dem Fenster gehaengt. Leider hatte ich meine Brille vergessen, deshalb weiss ich auch nicht genau was darauf stand. Auf jeden Fall ging es gegen Totenkult und so. Alles in allem war es also ein sehr schoener und persoenlicher Abschied.
Zum Thema Pietaet und Tod wollte ich euch auch noch einige Episoden der vergangenen Tage erzaehlen.
Episode 1: Gestern Nachmittag haben N und ich die Katze beim Tierazt abgeholt. Das musste zwischen 16.00 und 19.00 Uhr gemacht werden. Leider hatte ich von 16.40 bis 18.10 Vorlesung. Deshalb sind wir so gefahren, dass wir um 16.00 Kotschka eingesammelt, dann an der Uni gehalten und eine Vorlesung mitgemacht haben um anschliessend nach Hause zu fahren. Vorher hat N laut ueberlegt ob es denn ok ist die Kotsche so lange im Auto stehen zu lassen. Ganz die pragmatische Jelli sage ich daraufhin: Klar sie wird’s schon ueberleben. Oups..
Episode 2: Beim Tierazt mussten wir erst mal eine Weile anstehen. Dann hatten wir Kotschi in einem Korb, sehr huebsch mit einem Leichenzellstoff bedeckt neben uns und warten auf die abschliessenden Formalitaeten. So ein Ableben beim Tierarzt ist nicht nur teuer und tragisch, sondern auch mit einigen Formalitaeten verbunden. N und ich stehen also da und machen betretene Gesichter. Eine Frau, die neben uns sass, fragte ploetzlich, auf unseren Korb zeigend, was wir denn da drin haetten. Sie machte dazu dieses Gesicht, dass Leute machen die in Kinderwagen zeigen und fragen “Wen haben wir denn da?” und so aehnlich hat sie es wohl auch gemeint. Ich hatte ploetzlich eine gemeine Idee und musste etwas kichern. Schnell verzog ich meine Mundwinkel nach unten und machte ein trauriges Gesicht dazu. Nach einer kleinen und geschickten dramatischen Pause antwortete ich knapp immer noch und stockend: “t o t e Katze”. Da waere sie fast vom Stuhl gefallen. Das war wirklich fies.
Na ja, gut das man auch ein bisschen Humor dabei findet. Leider habe ich heute Nacht von der Kotsche getraeumt, sie hat mich aus dem Korb angeschaut in den wir sie hineingegossen haben, als ihr Koerper noch ganz weich war. Aber sie sah nicht boese aus, sondern hat einfach nur geschaut.
Sie war eine wundervolle Katze. Fing Maeuse wie keine andere. Kaempfte gegen Hunde, Marder und andere Feinde. Maekelte am Futter herum und wollte von allem nur das Beste. Bekommen hat sie unser Haus, wo sie viel zu frueh mehrere ihrer 9 Katzen zustehenden Leben einbuesste. Heute Nacht ist sie an den Folgen ihrer Diabetes verstorben.
Morgen Nachmittag gegen 16.00 Uhr findet die feierliche Beisetzung statt.
Als ich heute nach Hause kam lag die tollste Katze der Welt noch genauso phlegmatisch neben dem Hundefutternapf wie heute morgen schon. Ich habe sie also hochgehoben und erst mal auf einen weichen Stuhl gesetzt um die Situation genauer zu untersuchen. Was soll ich sagen, die Kotsche ist kaputt. Total antrieblos kotzte sie sogar das Wasser, was ich ihr mit der inzwischen eingetroffenen A einfloesste, wieder aus. A hat sofort den Tiearzt unseres Vertrauens angerufen, der sich auch ein weiteres mal liebevoll Zeit fuer unsere Katze genommen hat. Was genau sie hat kann momentan niemand sagen, vermutlich ist es wieder ihre Bauchspeicheldruese, zumindest sieht sie so jaemmerlich aus wie vor 3,4 Jahren, als sie schon mal so kaputt war. Jetzt haengt sie also wieder am Tropf und bekommt Wasser zugefuehrt bis sie wieder ein bisschen fitter ist. Aber wisst ihr - es ist nicht leicht seine suesse Katze in ihrem eigenen Blut rumliegen zu sehen. Es gab naemlich aufgrund grosser Ausgetrocknetheit seitens der Katze groessere Probleme mit dem Blut abnehmen. Da wir einen Notfalltermin hatten war bei der Untersuchung keine Schwester zugegen. Als ich jedenfalls die Kotsche so in dem Blut, was aus der durchstochenen Vene nicht in die Kanuele sondern spaeter ueberall hin lief, liegen sah, fiel mir erst mal nur ein sie vorsichtig aus der Pfuetze herauszuschieben. Der Tierazt fragte mich daraufhin, warum ich nicht einfach ein Stueck von dem Zellstoff genommen und es auf die Wunde gedrueckt habe und ich muss zugeben, dass das logischste in diesem Moment nicht mal annaehernd als moegliche Vorstellung in meinem Hirn vorhanden war. All das Blut war meinem klaren Verstand nicht zutraeglich. Vielleicht sollte ich mal bewusst versuchen etwas logisches zu machen und nicht sinnlos die Katze troesten, wenn das ihre Situation doch eventuell eher verschlimmert. Ich meine, hey ich war nicht mal hektisch oder verpeilt, der Doktor war verpeilt und hat trotzdem die richtige Idee gehabt. Na vielleicht ist das auch Berufserfahrung. Hoffentlich traeume ich heute Nacht nicht von schwarzer Katze in rotem Blut.
Schon als ich das erste mal von Serchilo gehoert habe, war ich mir sicher, dass ich das unbedingt brauche. Also habe ich es mir angesehen und in meinen firefox integriert. Wobei ich mich dafuer entschieden habe es mit den bookmarks zu versuchen, und es hat auf Anhieb funktioniert. Wenn zufaellig jemand herausfindet warum runterladen besser ist, moege er/sie es mir erzaehlen. Jedenfalls habe ich seitdem (ein paar Stunden) schon sehr viele englische Uebersetsungen und zwei franzoesische nachgeschlagen. Wenn das so einfach geht, braucht man es auch viel haeufiger. Tingli, der jetzt leider schon wieder weg ist, hat mich zum Beispiel auf die sehr tolle Band Nouvelles Vagues aufmerksam gemacht. Ohne Serchilo haette ich mich fruehestens in 2 Tagen fuer die, von meinem loecherigen Gedaechtnis verschlampte, Uebersetzung des Wortes Vague - Welle interessiert. Weil ich dann ja haette erst mal wild rumklicken muessen und ausserdem ist das auch nicht so wichtig, dass ich das wissen muss. Ist es aber doch. Es ist mindestens witzig, es ist schnell und es ist einfach. Und es gibt noch viele andere Kommandos die einen erst mal auf die Idee bringen, was man alles wissen wollen kann.