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The jelli life

August 27, 2006

Filed under: Life+Style

Die Uni hat angefangen, eine stressige Woche und schreckliches Kranksein liegen hinter mir. So weit das Update der letzen 2 Wochen.
Wenn man ploetzlich irgendwo ist und dort laenger bleiben soll, macht man sich als erstes schon auch Gedanken, mit wem man denn in dieser Zeit reden soll. Ich habe hier sehr merkwuerdige ‘Freundschaften’ geschlossen und heute hat mich eine davon zum Angeln eingeladen. Wir haben nicht einen einzigen Fisch gefangen, dafuer aber Blaubeeren gesucht. Es gibt tatsaechlich nicht wenige Menschen die noch nie in ihrem Leben eine wild wachsende Blaubeere gesehen haben. In großen Teilen Asiens soll dieser huebsche kleine Waldstrauch nicht vorkommen. Also aus Mangel an Fisch eine Premiere: wildes Blaubeerenpfluecken.
Dann haben wir Picknick gemacht. Es gab unter anderem einen typisch chinesischen Snack. Kleine Hackfleichkluempchen (Kuh) werden plattgepresst und dann in suess-scharfer Soße eingelegt. Dann noch ein bisschen Sesam drauf und fertig. Sehr seltsam, aber lecker. Dann hat jemand auf der Gitarre in Norwegen bekannte Popmusik gespielt und alle sollten raten.. trotz dass mein kultureller Background fuer dem norwegischen sehr viel naeher befunden wurde lag ich weit hinter den Maedels aus China zurueck.
Es war auch spannend mal mit dem Auto rumzufahren, also die Stadt und die Berge aus dieser Perspektive zu sehen.
Jedenfalls waren wir zu fuenft mit einem Auto unterwegs und der einzige, der bisher nicht erwaeht wurde, ist der Typ mit der Angel. Ich hoffe ja, dass wir das mit dem Fischen demnaechst nochmal ernsthaft angehen und dann wirklich ein paar tolle Fische auf den Grill kommen.

August 13, 2006

Comic Action?

Filed under: Life+Style

Gestern bin lief ich ganz friedlich durch die Innenstadt von Trondheim. Als ich gerade in die sehr belebte Prinsensgata einbiegen wollte ist es passiert.

Ich bin auf einer Bananenschale ausgerutscht. Klassisches Programm - schlittern auf einem Bein, straucheln und (fast) auf dem Arsch landen.

Das merkwuerdigste dabei war, dass die einzige Person, die sich kaputtgelacht hat, ich selber war. Alle anderen gingen vorueber und taten so, als waere es voellig normal und wuerde jeden Tag vorkommen, dass sich in der nahezu muellfreien Innenstadt von Trondheim eine Bananenschale vor einen Fuß schiebt und die darauf tretende Person aus dem Gleichgewicht bringt.
Ich war darueber jetzt nicht sauer aber ich haette (und habe) gut gelacht!

August 12, 2006

Inzwischen

Filed under: Life+Style

habe ich Muskelkater in den kleinen Muskeln vorne an den Beinen. Das sind die die man zum Bergablaufen braucht. Ich versuche also moeglichst viele Berge nur hoch zu gehen. Man muss nicht viel Ahnung von Physik haben, um sich dabei vorstellen zu koennen, wie ich mit einem zerknautschten Gesicht ganz vorsichtig den Berg dann doch wieder runterschleiche. Ich vertrete ja ganz klar die Theorie dass Muskelkater vom moeglichst vielen Benutzen der entsprechenden Muskeln von alleine wieder weg geht. Ausserdem geht in einer Woche die Uni los und irgendwann wird es auch dunkel - ich muss also moeglichst schnell viel sehen.

Ich habe noch eine Beobachtung mitzuteilen. Es geht um Feuer. Alle hier scheinen furchtbare Angst davor zu haben. Im Wohnheim konnte ich auf 4 Personen einen Feuerloescher zaehlen. Aber ich bin mir sicher, dass bestimmt noch einer in der hintersten Ecke versteckt ist. Ich habe mehrere Belehrungen zu Brandschutz bekommen und in jeder Kueche haengt nochmal ein Zettel mit Anweisungen was im Falle eines Feuers zu tun ist. In jedem Zimmer befindet sich ein Rauchmelder. Ein Rauchmelder bewacht also ca 15 m². Aber nur einer ist an eine Sprenkleranlage angeschlossen. Zumindest soweit ich das der Informationsbroschuere entnehmen kann, die ich zum Thema Feuer noch bekommen habe.
Soweit so gut. Ich habe bisher noch kein offenes Feuer sehen koennen und es regnet hier jeden Tag ein kleines bisschen. Das Klima ist perfekt, es besteht keine besonders große Waldbrandgefahr.
Das Problem muß also von innen kommen und ich habe natuerlich Erklaerungen eingeholt. Wenn es dunkel wird, also in den Wintermonaten, kaufen die meisten Leute unheimlich viele Kerzen um ein bisschen authentisches Lich abzubekommen. Hatte ich schon erwaehnt, dass das bevorzugte Baumaterial hier Holz ist? Macht auch Sinn, da es eine ganze Menge davon zu geben scheint. Na jedenfalls wird sich mir der Sinn dieser ganzen Feuerparanoia wenn dann erst im Winter erschließen.

August 10, 2006

Seit heute

Filed under: Life+Style

bin ich stolze Inhaberin einer Aufenthaltsgenehmigung fuer das naechste halbe Jahr in Norwegen. Dafuer musste ich nur eine Nummer ziehen, eine Stunde anstehen, 3 Zettel ausfuellen, 5 Dinge (Plastikkarten und Formulare) vorweisen und ein Passfoto abgeben. War gar nicht so schwierig wie ich dachte. Wenn man laenger als ein halbes Jahr bleibt wird es komplizierter - Mehr Formulare, mehr Zettel und mehr Fotos.
Alles in allem geht der Dank fuer den besten Tipp an meine Kommilitonin K. Sie riet mir:

Steck alles was irgendwie wichtig aussieht in einen grossen Umschlag und wirf noch ein paar Passbilder hinterher. Steck dann noch ein paar Klarsichfolien rein, um ein bisschen zu ordnen und nimm alles immer mit.

Heute beim Amt zur Verteilung diverser Aufenthaltsgenehmigungen wollten die dann wirklich ein eigenes Passbil zum Dabehalten und meinen Mietvertrag sehen. Und ich konnte das, trotz dass ich mit beidem nie gerechnet haette, aus dem Aermel bzw dem Umschlag ziehen. Ich habe mit einem gewaltigen Zettelchaos einen großen Eindruck hinterlassen, musste mich dafuer aber auch nur 2 mal anstellen (Formular holen - ausfuellen - abgeben).

Die Sonne macht ein komisches Ballet hier: Hoch, runter, rueber und wieder runter.. Es muss irgendwie eine Regelmaeßigkeit darin geben, denn immerhin war sie bis jetzt immer puenktlich kurz vor Mitternacht neben dem großen Huegel dabei unter zu gehen. Leider gibt es so einen komischen Muskel an meinem Bein der scheinbar fuer Huegel rauf und Huegel runter zustaendig ist und inzwischen etwas weh tut, sonst wuerde ich bestimmt nur noch auf irgendwelchen Anhoehen hier zu treffen sein. Solange es hell ist und das Wetter so toll -ach den Sommer in Norwegen kann ich empfehlen!

Der Kaffee ist gut und die Menschen studiere ich noch.

August 9, 2006

Trondheim

Filed under: Life+Style

Ok dann fange ich mal an zu erzaehlen. Gestern Abend bin ich irgendwann ziemlich gestresst hier angekommen. Ich war erst mal ziemlich ko und an das Leben in einem Studentenwohnheim muss ich mich auch noch gewoehnen. Eine Mitbewohnerin habe ich schon kennengelernt und wir verstehen uns bisher ganz gut. Ja hm ich kann euch berichten, dass alle Geruechte wahr sind. Dieses Land ist furchtbar reich und die Natur ist wunderschoen fantastisch. Alles hier ist sehr sauber und man erkennt das Studentenwohnviertel am Muell auf der Strasse (internationale Studenten..)
Ich bin immer noch aufgeregt.
Schrecklich aufgeregt!
Heute war ich auf dem Campus und habe meinen Studentenausweis abgeholt. Dort sind immerhin mal ein paar groeßere Gebaeude. Ansonsten sind die Haeuser hier ja sehr klein. Dafuer werden alle Campus-Gebaeude videoueberwacht und den Studentenausweis bekommt man nur mit Foto. Das nehmen die selber, natuerlich digital, auf und behalten sich eine Kopie (oder das Original?).
Mit dem Ausweis soll ich selbstverstaendlich fast alles hier machen. Nur fuers Waeschewaschen habe ich 2 andere Plastikkarten bekommen. Ueberhaupt ist die Buerokratie hier sehr merkwuerdig - man muss ja ueberall eine Nummer ziehen. Wenn man eine Frage stellen will oder auf der Post, der Nummerzieautomat darf nicht fehlen. Heute Morgen habe ich ein Buero betreten, um mein Internet freischalten zu lassen. 2 Frauen sassen hinten und aßen und unterhielten sich. Ich stand am Tresen und sie haben mich gesehen aber nichts ist passiert. Nach etwa 5 Minuten, ich ueberlegte inzwischen ernsthaft mal zu fragen, was man tun muss, um zu einem Gespraech zu kommen, betraten 2 andere Personen den Raum. Sie gingen zieltrebig zu dem Automaten mit den Nummern, zogen sich eine und die fruehstueckenden Personen erhoben sich, um ihnen das Internet freizuschalten. Natuerlich habe ich schnell gelernt und mir inzwischen auch schon einen gut ausgepraegten Nummernautomatenreflex zugelegt. Ich erkenne die Dinger, ziehe brav meine Nummer und setze mich hin bis ich oder besser bis die nun fuer mich anstehende Nummer aufgerufen wird und finde das System sogar teilweise sinnvoll (man kann locker nochmal ein bisschen frische Luft schnappen, wenn man die Nummer 27 gezogen hat, der Automat erst die Nummer 19 anzeigt und nur 2 Schalter vorhanden sind).
Na ja ich verarbeite demnaechst noch ein paar Eindruecke und erzaehle danach mehr.