viel Zeit ist vergangen und saki ist auch schon vor 3 Tagen abgereist. Wir haben 2 sehr tolle Wochen hier verbracht. Zum Beispiel haben wir einen wirklich schraegen Disco-Club besucht. Es gab 3 Etagen, aber alle waren sehr klein. In jeder war eine andere Musikrichtung zu hoeren, insgesamt gab es 80’s, Pop-Techno und Latin-Pop. Oh und.. aber dazu komme ich spaeter. Als wir den Club betraten war es noch ziemlich frueh am Abend und der einzige Raum der schon offen war, war einer in dem wir mit den Beatles begrueßt wurden. Saki behauptet, noch nie in einer ernsthaft kommerziellen Disko Beatles gehoert zu haben, ich kann mich auch nicht erinnern, aber ausschließen will ich es nicht. Wenn jemand mit mir mal in einer war- er/sie trete bitte zum Gehirn auffrischen vor. Ja musikalisch ging es erst mal mit Abba und Aehnlichem weiter. Es zog uns also nicht auf die Tanzflaeche (immerhin gut 6 qm groß!), sondern wir nutzten die Gelegenheit, uns ein wenig im Raum umzusehen. Erschreckend! Ueber uns hing ein altes Holzgewehr, gegenueber ein Geweih von einem Hirsch oder Elch, was weiß ich, dann ein Fell und ueberall gab es rustikale Holzverzierung. Dazu eine moderne Wirf-buntes-Licht-auf-den-Fußboden-Maschiene und ein verhaeltnismaeßig großer Holztresen. Irgendwann haben die anderen Floors, oder wie diese Dinge in moderner Terminologie auch immer heißen moegen, aufgemacht und uns aus dieser soliden Dorf-Disco-Atmosphaere woanders hin entfuehrt. Wir haben uns erst mal fuer Latin-Pop entschieden. Das war auch anfangs ganz nett, aber schnell langweilig. Die Einrichtung war verhaltnissmaeßig uninteressant und auch das merkwuerdige Kampfbaggern auf der Tanzflaeche war eher abschreckend - es gab eine Frau die tatsaechlich mit dem Ruecken zu einer dieser Stangen nach unten rutschen konnte.. sie fing dann auch an, an allen moeglichen Typen nach unten zu rutschen.. sehr grotesk. Also neuen Raum suchen - Techno-Pop war irgendweswegen von sehr stark geschminkten, sehr jungen Girls reserviert - also dann doch noch einen Versuch im Dorf-Disco Raum. Dort hatten inzwischen 2 Leute mit einer Gitarre und einer Geige (je auf einem Barhocker sitzend) die Unterhaltung uebernommen. Sie gaben, als wir den Raum betraten, “something stupid” zum Besten. Aber sicher nicht zu ihrem Besten, denn, ja was soll ich sagen, die musikalische Qualitaet war doch eher.. also ernsthaft.. das Beste was man ueber sie sagen kann ist, dass sie bei mir das Gefuehl “hey ich koennte auch in schlechten Bars singen” hinterließen. Sie haben nicht direkt falsch oder schief gesungen (wie ich es sicher tun wuerde), aber es klang schrecklich monoton und langweilig. Wir sind dann irgendwann gegangen und haben uns auf den langen Fußweg nach Hause gemacht. Ueber die Nachtbuspreise hier habe ich vielleicht noch nichts gesagt, aber es hat schon seinen Grund, dass laufen hier so beliebt ist und dass es ab und an Studenten, nach kraeftigem Alkoholkonsum, nicht ganz bis nach Hause schaffen und dann in irgendwelchen Vorgaerten liegen bleiben. Aber das sehen die Menschen hier ganz locker, schliesslich waren alle mal jung und betrunken und wissen aus Erfahrung, dass niemand fuer immer in einem Vorgarten liegen bleibt. Also geht man vorueber, wartet und toleriert. Ist immerhin besser als vollpoebeln, aber schlechter als Kaffee bringen.
Einen Abend waren wir mit meiner Mitbewohnerin I. und einem Sven in einer Fußballkneipe und haben uns ein - na wer kann es erraten– Fußballspiel — angesehen. Zum Glueck hat es das ganze Spiel ueber maechtig geregnet und man konnte mit einiger Spannung verfolgen wie sehr saubere Hamden immer dreckiger wurden. Außerdem waren die anderen Besucher der Kneipe ganz interessant - Habe ich schon erwaehnt, dass eine der spielenden Mannschaften Norwegen war? - und Sven hat uns seine seltsame Theorie zum Thema Fußball und Patriotismus dargelegt. Er kann Sport naemlich eigentlich nicht leiden, und mit der Theorie hat es dann wieder gepasst Fußball zu sehen, wenn Norwegen spielt. So in etwa habe ich das verstanden, aber es war einigermaßen wirr.
Ja das waren schon die sicher interessantesten Highlights. Im Moment habe ich unglaublich viele Hausaufgaben und Projekte und Klausuren an der Backe. Das Semester hier geht schon bald in das letzte Drittel und wir backen Punkte und Zensuren. Aber ich bemuehe mich, weitere spannende Dinge zu erleben und zu erzaehlen.