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The jelli life

January 31, 2007

Ausflug

Filed under: Life+Style

Heute haben wir einen Ausflug durch die halbe Stadt gemacht. Irgendwo auf der asiatischen Seite, zwischen der ersten und zweiten Bosporusbruecke, lag unser Ziel: Ikea Istanbul. Hier spricht man das landesueblich [ɯkɛa], mit der Betonung auf der zweiten Silbe. Wenn man irgendwen nach I-K-E-A fragt, bekommt man nur ein fragendes Gesicht zur Antwort. Wir sind auf dem Weg dahin erst mal in Ümraniye herumgeirrt aber irgendwann tauchte es in leuchtendem Blau vor uns auf.
Drinnen sieht es genauso aus, wie in allen anderen Ikeas auch. Die Hotdogs gibt es am Ausgang, das Restaurant ist am Ende der zweiten Etage und der Kleinkram unten. Die schau-wie-toll-eine-Wohnung-mit-Ikea-sein-kann Beispiele sehen auch aus wie die in Deutschland. Ok, die meisten Schlafzimmer hier scheinen beliebt kleiner zu sein. Die Hotdogs sind tatsaechlich ohne Roestzwiebeln und es gibt weder Schweinefleich-Produkte noch Lakritze zu kaufen. Ersteres haengt mit der Religionskiste zusammen und ist hier sowieso schwer zu bekommen. Letzteres, hm Supermaerkte in Norwegen waren voll davon, aber hier scheint das einfach keiner zu kennen bzw zu moegen.
Im Ikea selber haben wir schicke Suppenteller und Glaeser im Sonderangebot gekauft, es ging mehr um den Ausflug als ums Shoppen.

In Ümraniye lief uns zum Beispiel eine Frau ueber den Weg, die ihre Burka, mit einem schwarzen gehaekelten Dreieckstuch drueber, getragen hat, als waere es ein Abendkleid. Das hat mich an eine merkwuerdige Theorie eines (liberalen) Professors an meiner derzeitigen Universitaet erinnert: Dass die Tuerkei einen politischen Richtungswechsel (in Richtung religioeser) nicht zu fuerchten braucht, weil es hier einen sehr modernen, ja quasi sexy Islam gibt. Die Frauen wollen gut aussehen und schick sein und arrangieren ihre modernen, westlichen Lebensentwuerfe um die Traditionskiste drumrum. Schoene bunte Kopftuecher und enge lange Kleider etc. pp. taugten dafuer als Veranschaulichungen. Ich fand das alles sehr merkwuerdig und absurd und musste schon eher denken, die Bahamas koennte diese These moegen, aber es ist immerhin so absurd, dass ich es nicht sofort als Unsinn vergessen habe und euch nun erzaehle. Tststs

January 29, 2007

Bad news

Filed under: Life+Style, Hundeleben

Bis vor kurzem haben sich die Temperaturen hier schon immer ueber 10 °C gehalten. Seit einigen Tagen wird es kaelter und kaelter und wir versuchen uns im breiten Feld der Meteorologie. Eine gute Quelle hierfuer ist die Wetterzentrale. Viele bunte Bilder, viele Zahlen und meistens ist die Legende sehr verwirrend. Das gibt viel Raum fuer konstruktiven Streit und weitere Recherche.
Nur: Was das hier heisst, verstehe ich sofort!
Die fiese Kaltfront, von der wir vor kurzem noch dachten sie geht an uns vorrueber, schiebt sich nun doch in hiesige Breitengrade:

wetter1

und macht sich im Laufe der naechsten Tage hier breit:

wetter2

Brrrr!

January 28, 2007

Interessant

Filed under: Uncategorized

Die Zeit denkt gerade ganz interessant ueber Geisteswissenschaften nach. Diese Woche gibt es einen Test. Das ist der erste online-Persoenlichkeitstest oder so, den ich mal verlinken will, obwohl ich an machen Stellen die Antwortmoeglichkeiten ein bisschen eingeschraenkt finde:
Konstruktivist oder Existenzialist?
Bisher habe ich mich nie sehr dafuer interessiert, in welche geisteswisschenschaftliche Schubladen sich meine Gedanken so einordnen lassen und scheue mich auch nicht vor Inkonsistenz.
Ich habe mich jeweils einmal fuer Existenzialismus, Systemtheorie und Psychoanalyse und zweimal fuer Hermeneutik entschieden. Nur fuer Marxismus gar nicht. Es gibt auch noch eine kleine Aufloesung, auf wen aus welcher Richtung die Antwortmoeglichkeiten zurueckgehen. Und ich denke schon, dass ich dabei mit Marxismus am wenigsten anfangen kann. Aber was genau ist Hermeneutik? Gibt sicher einen Wikipediaeintrag dazu.

January 26, 2007

Wie soll das nur werden?

Filed under: Uncategorized

Ich bin schon wieder beim Integrieren eingeschlafen. Und wieder war es die Substitutionsmethode, pouff und ich bin weg. Vielleicht ist das ja eine ganz neue Idee gegen Schlafstoerungen?

January 23, 2007

Kitsch und so

Filed under: Life+Style

Gestern haben wir einen Ausflug auf die Prinzeninseln, die auf englisch komischerweise Princess Islands und auf tuerkisch einfach nur Adalar (Inseln) heißen, gemacht. Auf der Faehre ging die Sonne unter, alles rot und so, und im Hintergrund sprangen ein paar Delfine durch den Bosporus. Sie waren viel dunkler als ich sie mir vorgestellt haette und sind auch nicht so hoch gesprungen. Aber es waren echte Delfine, die einfach auf ihrem Weg von A nach B durch den Bosporus geschwommen sind. Eigentlich war die ganze Stimmung so, als haette sie jemand aus einem Kitschposter geklaut.
Oh und ich habe mich gefreut wie eine Schneekoenigin.

Die Inseln sind witzig. Im Sommer sind sie ein beliebtes Ausflugsziel mit Sommerhaeuschen und Kaffees, waehrend sie im Winter eigentlich ziemlich leer sind. Gestern waren wir auf Büyük Ada, der letzten der 4 Inseln. Die ist nicht so ausgestorben im Winter, im Gegenteil, es sieht dort eher aus wie in einer tuerkischen Kleinstadt. Es wirkt sehr ruhig und sehr religioes. Man wird schon beim Ankommen von der oertlichen Zentrale von Ak Parti begrueßt, was die gerade regierenden gemaeßigten Islamisten sind. Dann findet sich dort noch ein Stuetzpunkt von Saadet Partisi (radikal islamistische Partei) und einer von Doğru Yol Partisi (Partei des rechten Weges). Trotzedem ist Büyük Ada fuer einen Tag recht nett. Alle fahren Fahrrad, weil eigentlich Autos verboten sind. Eigentlich, weil Staatsangestellte , Polizei und Feuerwehr doch Auto fahren duerfen. Touristen werden versucht auf eine der zahlreichen Pferdekutschen zu bringen oder in eines der gleich aussehnenden Zeltrestaurants zu manoevrieren. Wenn man aber die Kueste rund um die Anlegestelle der Faehre hinter sich hat ist es wie schon gesagt eine nette kleine tuerkische Kleinstadt mit viel zu vielen Maennern im Stadtbild.
Danach waren wir froh wieder da zu sein, wo alle sehr viel hektischer sind und wo gestern die anscheinend eher sozialistische Partei ÖDP den Stadteil mit Plakaten zum Protest am Mord an Hrant Dink zugeklebt hat.

January 16, 2007

Kaum

Filed under: Life+Style

richtig angekommen bin ich erst mal kraeftig krank geworden. Erstaunlicherweise war es sehr viel unkomplizierter als ich dachte, hier eine Aerztin (in meinem Fall) die englisch spricht zu finden. Jetzt geht’s mir wieder besser. Iich habe mir dann heute gleich die Uni angesehen und… ui viel zu erzaehlen.

Spaeter!

January 11, 2007

angekommen

Filed under: Life+Style

Kaeschen hat es ja schon geschrieben, wir sind angekommen. Wir haben gerade mal 52 Stunden gebraucht, um hierher zu trampen. Die Reise war sehr seltsam, anstrengend und aufregend und wir mussten uns nochmal mindestens 52 Stunden davon erholen. Ich erzaehle spaeter mal ein paar Geschichten davon.
Oh in Istanbul anzukommen fuehlt sich langsam schon ein bisschen wie nach Hause kommen an. Wir haben erst mal viele Freunde getroffen, Geschichten ausgetauscht, Tee getrunken und Kram gemanagt.
Zum Beispiel waren wir beim Vermieter Hallo sagen. Da wurde erst mal Tee getrunken und ueber Stadtpolitik (Im Viertel wird viel saniert und die Polizeipraesenz wird immer groesser.. Was wollen die hier?), Politik im allgemeinen (Er hat 4 oder 5 Jahre in Amsterdam gelebt), Geschaeft (Das Klamottenbusiness verlagert sich immer weiter nach Osten, schlecht fuer kleinere Haendler) und Leben (Er arbeitet um die Ecke und das Viertel ist klein) diskutiert. Dann haben wir der kuschligsten Kedi der Welt einen Riesenfischkopf besorgt, den sie nun den dritten Tag in Folge zerlegt. Heute werden wir wohl den Rest wegwerfen muessen.
Ich kenne inzwischen mehr tuerkische als norwegische Woerter und manchmal verstehe ich sogar schon einen kleinen Teil von dem, was Leute so erzaehlen.

Jetzt gehe ich erst mal tolle Sachen erleben.