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Im Moment bin ich 7 Tage 24 Stunden pro einem davon mit der Organisation des Umzuges beschaeftigt. Sakızağacı hat schon vieles erzaehlt, meine Bloglaune ist in den letzten Tagen ein wenig im Stress untergegangen. Zum Beispiel:
Die Katze muss hierbleiben. Es gibt da eine gewisse EU Verordnung nach der es nur aus bestimmten Laendern unproblematisch ist, sein Haustier mitzunehmen. Die Liste ist zwar lang, aber die Tuerkei steht nicht drauf. Wir haben also die Katze an hoffentlich liebevolle Haende weitervermittelt. Das ist alles noch nicht 100%ig, aber bis Freitag wird es sich (bei der hoffentlich stattfindenden Uebergabe) klaeren. Die Katze hat noch die fuer ein so tolles Exemplar seiner Art sicher nicht schwierige Aufgabe, die gesamte Palette an Schleimereien rauszuholen und sich beliebt zu machen.
Vor ein paar Tagen wurde ich nachts unsanft durch lautes Klopfen und Rumpeln geweckt. Es stellte sich dann heraus, dass die Polizei so gegen 4.00 Uhr in der Nacht irgendwas von unseren Nachbarn wollte. Als der erste Muezzin gerufen hat (Sonnenaufgang), waren sie dann fertig. Mitgenommen wurde, soweit ich das beobachtet habe (Ich habe das genauso wie alle anderen Nachbarn, die bei dem Krach sowieso nicht schlafen konnten, sehr genau verfolgt.) niemand. Am naechsten Morgen klopfte es an der Tuer und ich dachte, dass das sicher der vorher schon mal erwaehnte Nachbarsjunge ist. Der klopft oefter am Tag, mal um zu sagen, dass die Katze draußen ist, mal um zu fragen, ob wir sie rauslassen koennen.
Diesmal war es aber die Polizei. Zuerst standen sie zu zweit vor der Tuer und haben ziemlich rumgepoebelt. Die Drohung, einen Anwalt zu rufen hat sie zwar einigermaßen beeindruckt, sie haben dann nicht versucht, uns (wir standen zu zweit in der Tuer) wegzuschieben und in die Wohnung zu kommen. Sie bestanden allerdings darauf, Paesse zu sehen und als ich losging, um meinen zu holen, flupte der eine von den mittlerweile drei Polizisten in die Wohnung rein. Zum Glueck ist der Flur ziemlich eng und wir standen ihm dann auf je einer Seite im Weg.
Was sollte das Ganze? Das bleibt wohl das Geheimnis der Polizei, wie auch der naechtliche Besuch, bei unseren Nachbarn. Sie haben behauptet, es haette sie jemand angerufen weil es hier Drogen gaebe. Also ich bin ja manchmal blind und so, aber wo in unserer Gegend Drogenhandel stattfindet, sehe ich so gut, wie jeder andere und wie auch die Polizei. In unserem Haus wohnen 2 Familien mit Kleinkinden, die selten Besuch bekommen, ueber 12 Stunden am Tag arbeiten und trotzdem kein Geld haben. Außerdem wuerde jeder von den Leuten hier eher selber kommen und Stunk machen, als die Polizei zu rufen. Die hat im kurdisch gepraegten Mahalle einfach kein gutes Standing als Konfliktloeser.
Es gibt wie immer Geruechte, wie gesagt, die Leute hier sind Kurden, im benachbarten Mahalle wohnen viele Roma und es gibt einen Sanierungsplan, nachdem das Viertel hier fuer andere Zielgruppen erschlossen werden soll. So gibt es hier seit einer Weile viel hellere Straßenbeleuchtung und auch die Muellabfuhr kommt inzwischen mindestens zweimal am Tag. Es soll halt sauberer werden.
Soweit die Geruechtekueche. Was aber wahr ist:
Am Samstag fahre ich in den verdienten Urlaub. Erst in Richtung Dardanellen, dann wohin einen das Trampen in der Tuerkei so treibt. Salzsee, Gebirge, Kaş, Diyarbakır und vielleicht noch einen Abstecher nach Georgien. Abgesehen von kurzen Besuchen in Internetcaffees bin ich dann Anfang oder Mitte Juli wieder an meinem eigenen Rechner zu erreichen.

