Istanbul
Nachdem ich erst mal einen Tag lang bei netten Bauern in Ardahan meinen geplagten Magen mit guten Landprodukten erholt habe, ging es dann los in Richtung Georgien. Die Grenze bei Ardahan existiert eigentlich nur, um dort Stempel an komische Pipeline-Heinis zu verteilen. Am Grenzuebergang war es jedenfalls ziemlich einsam und die ebengenannten Heinis in orangen BP-Anzuegen kann man auch nicht wirklich als Gesellschaft betrachten. Die waren damit beschaeftigt Privilegien zu genießen (Stempel vor uns bekommen, obwohl wir sehr viel eher da waren, wurden unsere Ausweise beim Anblick der 3 Typen sofort beiseite gelegt.. Moment mal bitte..) und Pipeline-Smalltalk zu machen :
Heini1: “We shouldn’t have to much dust there”
Heini2: “No, well, but.. no dust there..blabla”
Dann also auf georgischen Straßen im Staub unterwegs. Zuerst waren wir in in Akhaltsikhe. Das ist eine mittelgroße Stadt, die uns aber nicht unbedingt gefallen hat. Eigentlich wollten wir uns nur ein bisschen dort umsehen und dann ueber die Grenze zurueckgehen. Die war uns dann aber doch zu einsam, so dass wir beschlossen haben, mal eben nach Batumi zu trampen. Das war naemlich am einen Stadtende ausgeschrieben. Auf dem Weg wurden wir eindringlich vor der schlechten Straße und der Einsamkeit der Gegend gewarnt. Aber Reisen heisst ja auch, sich gezielt in Schwierigkeiten zu bringen. Also weiter. Einen Teil des Weges sind wir dann auch noch gut mitgekommen, nur um uns dann irgendwann, mitten in den Bergen, auf einer wirklich sehr schlechten Straße.. ja eher einem Feldweg durch die Berge wieder zu finden.
Nur mit der Information versorgt, dass vor uns ein Gebirge, oben der Ort Beschumi und dahinter dann Khulo liegt, hat uns dann das wohl einzige Auto des Tages aufgelesen. Das war ein Minibus, der uns aber als seine Gaeste durchs Gebirge einlud. Dann ging es also in die Berge. Als erstes erfuhren wir, dass die Passhoehe sich auf schlappen 2223 Metern befindet. Was fuer ein Gebirge! Einsam und wunderschoen und wir mit gerade mal 10 kmh ueber Berge, durch kleine Fluesse und immer knapp am Abgrund unterwegs. Die Menschen der wenigen kleinen Orten unterwegs waren sehr freundlich, haben alle russisch gesprochen (Mehr als 3 Worte habe ich trotzdem nicht verstanden, aber die konnte man immer neu kombinieren und aufsagen) und wollten uns unbedingt, nicht immer zu unserer Freude, helfen.
Jedenfalls kann ich die georgischen Berge empfehlen: einsam, wild und gigantisch.
Dann wollten wir eigentlich mit dem Zug nach Istanbul fahren, aber an der Grenze hat uns gleich ein sehr netter LKW nach Samsun aufgegabelt, also sind wir mitgefahren.
Jetzt bin ich wieder in Istanbul. Den ersten Tag habe ich nur im Bett verbracht und bin damit dann endlich auch meine immer wiederkehrende Gesundheitsplage mal losgeworden. Ansonsten genieße ich jetzt erst mal diese tolle Stadt und meine lieben Freunde hier.
ich platze vor neid. darauf werden meine überreste sogleich vom hiesigen dauerregen weggespült und niemand leidet mit mir das ich es nie in die berge georgiens geschafft hatte…
(war dass der kaukasus?)
Comment by elenore — July 1, 2007 @ 1:16 pm
meineswissens war das der sog. kleine kaukasus, der hauptkamm ist ein wenig noerdlich.
Comment by vera — July 1, 2007 @ 4:41 pm
die gegend kenne ich auch - das ist aber der kleine kaukasus …
mehr zu georgien
http://georgien.blogspot.com
http://kaukasus.blogspot.com
gruss, ralph
Comment by Rappo — July 2, 2007 @ 2:10 am
Der Intensität, mit der ich jetzt alle, die ich treffe, zutexte und mit der sich die Notizen ins Notebook ergießen, sagt mir, daß der Rückflug die richtige Idee war.
Aber heute ist nicht alle Tage…
Comment by classless — July 2, 2007 @ 12:46 pm