Ayaan Hirsi Ali
Ayaan Hirsi Ali wurde am 16. Mai aus den Niederlanden ausgebürgert. Die ganze Sache steht zwar im Moment noch zur Diskussion aber die Geschwingigkeit und die ganze Art und Weise, die man geradezu nur noch mit plump bezeichnen kann, mit der die Sache angegangen wurde, geben schon zu denken Sie plant nun, in die USA zu gehen, um dort für den neokonservativen Thinktank „American Enterprise Institute“ in Washington (D.C.) zu arbeiten. Die wichtigsten Punkte, die sie politisch geprägt haben, findet man unter dem oben verlinkten Wikipedia Artikel. Über die aktuellen Vorgänge berichten zur Zeit viele Medien, wie zum Beispiel die aktuelle Jungle World:
Guten Aufenthalt!
ich-ag der wocheAbschieben! Dass ausgerechnet ein ehemaliger Wegbegleiter Pim Fortuyns sie des Landes verweisen will, mag verwundern. Schließlich hat sich Ayaan Hirsi Ali ebenso wie Fortuyn immer besonders kritisch zum Kulturrelativismus gegenüber der islamischen Comunity geäußert. Dennoch steht die Abgeordnete der rechtsliberalen Partei wieder einmal in der Kritik. Eine Fernsehdokumentation hat die Sprache auf den gefälschten Asylantrag gebracht, mit dem sich die aus Somalia stammende Hirsi Ali im Jahr 1992 das Aufenthaltsrecht in den Niederlanden sicherte.
Doch sind die Vorwürfe längst bekannt, und die Schuld ist bereits seit dem Jahr 2003 eingestanden. Dass der Betrug plötzlich von rechtskonservativer Seite wieder vorgebracht und skandalisiert wird, hat wohl einen anderen Grund. Denn im Gegensatz zu den Konservativen lehnt die Islamkritikerin Hirsi Ali eine Beschränkung der Einwanderung in die Niederlande ab. Ganz im Gegenteil engagiert sie sich für die Rechte von Asylsuchenden und fordert, dass auch so genannte Wirtschaftsflüchtlinge aufgenommen werden. Dass sich ausgerechnet eine der schärfsten Kritikerinnen der niederländischen Integrationspolitik einer rassistischen Ausländer-Raus-Kampagne verweigert, dürfte dem rechten Lager unverschämt erscheinen. Deshalb richtet sich die Kampagne mit einem Mal auch gegen Hirsi Ali selbst.
Aber ihr steht noch mehr Ärger ins Haus. Die seit dem Mord an Theo van Gogh, für den sie das Drehbuch zum Film »Submission« schrieb, ständig unter Polizeischutz lebende Abgeordnete muss ihre Wohnung in Den Haag aufgeben. Das entschied ein Gericht. Der Grund hierfür ist: Die Nachbarn haben sich über die aufwändigen Sicherheitsvorkehrungen beschwert.
ivo bozic
Ich habe mir schon länger vorgenommen ihren Film Submission anzusehen. Leider habe ich ihn in voller Länge (11 Minuten) nur hier mit niederländischen Untertiteln gefunden (Falls jemand ihn ohne Untertitel findet, bitte melden, ich bin leider zu faul, um weiter zu suchen aber irgendwie stört das schon.). Mir fehlt leider das Wissen über den Islam, um eine Provokation darin zu sehen. Ich finde ihn eigentlich gut. Er ist sehr intelligent gemacht (auch der Stil gefällt mir sehr) und spricht keine direkte Kritik, sondern einen Widerspruch, der diskutiert werden muß, aus. Es gibt keine Lösung aber auch keine Drohung, nur ein Problem, das nicht von der Hand zu weisen ist.
Ayaan Hirsi Ali war am 31. Mai 2005 bei Sandra Maischberger zu Gast. Mit ihr diskutierten Heiner Geißler (ehemaliger CDU- Generalsekretär), Heinz Buschkowsy (SPD/Berlin) und Irmgard Prim, die vor 25 Jahren zum Islam konvertiert ist. Die Diskussion ist teilweise schon ein bisschen strange (Intergrationspolitik ist ein schwieriges Feld…). Man hat ein wenig das Gefühl, als würden die Argumente von Ayaan Hirsi Ali vor die Realität geworfen aber ich finde es schon interessant zu sehen, welchen Weg diese Gedanken gehen können.
Auf jeden Fall bin ich gespannt auf die Fortsetzung Submission (Part II) (an der sie nach eigener Aussage arbeitet) und die weitere Diskussion. Sie prägt auf eine sehr unaufgeregte und sachliche Art die Diskussion über den Islam. Sie ist nicht so plump antiislamistisch, nicht rassistisch und sehr klar in ihren Aussagen. Vielleicht ist sie deswegen auch so gefählich/gefährdet?







