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The jelli life

October 13, 2007

Liebe A.

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du musst die Sache nur von einer anderen Seite betrachten, dann sieht alles ploetzlich ganz anders aus. Dann ist es nicht einfach nur eine triste dreiviertel Stunde, die du sinnlos an einem Bahnsteig verbracht hast. Du warst bei einem bedeutenden politischen Ereignis mit dabei! Es gibt Menschen, die dich darum beneiden (zum Beispiel ich)! Das ist immerhin mal etwas politisch positives, was viele Menschen bewegt und interessiert.
So etwas gab es doch schon laenger nicht mehr. Die Leute, die bei dem neuen Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung dabei sind, haben gar nichts davon, nur Aerger, nicht mal den Gedanken, dass es fuer eine gute Sache ist.
Also ich wuerde am Bahnhof stehen, mit so vielen Leuten wie moeglich Meinungen austauschen und mich freuen: Lokfuehrerstreik - Ich war mitten drin!

October 1, 2007

Filed under: Life+Style

Ich habe mich sehr geaergert, letztes Wochenende bei der Demo Freiheit statt Angst gewesen zu sein. Ich kann nicht mal ruhig und souveraen erzaehlen, warum - aus meinen Fingern fließen da nur Zeilen voller Rumgepoebeltem.
Ich bin auch gerade ausgesprochen aufbrausend und emotional, sauer und wuetend, aber das passt alles nicht so richtig hier her.

Aber mal was anderes: Will jemand eine Herausforderung zum Steine ditschen gegen mich annehmen?

September 10, 2007

Berlin erkunden

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Dieses Wochenende habe ich mit sakızağacı zum ersten Mal den neuen Berliner Hauptbahnhof besichtigt. Dabei hat mich ja vor allem interessiert, an welcher Stelle welcher Stahltraeger damals heruntergefallen ist. Am Servicepoint konnte uns die dort arbeitende Mitarbeiterin leider nur sagen, dass er irgendwo neben dem Haupteingang am Suedfluegel gewesen sein muss. Eigentlich hatte ich ja mindestens erwaretet, dass der Traeger rosa markiert ist oder es mindestens eine dieser netten kleinen Infoblaetter zu dem Thema gibt. Leider wurden wir aber nur mit einem Uebersichtsplan und dem Hinweis auf Pferde und Reichstag abgefertigt.
Zum Glueck gab es am Suedfluegel ein Cafe in dem wir eine Mitarbeiterin antrafen, die damals an jenem stuermischen Tag, gearbeitet hat. Sie konnte beeindruckende Geschichten von einem ploetzlich aufkommenden Unwetter, herumwirbelnden Stuehlen und einem etwa ein Meter mal irgendwas kleineres großem, durch die Gegend fliegenden Stahltraeger erzaehlen.
Selbst so lange Zeit spaeter war sie noch ganz aufgeregt.
Ansonsten bin ich gerade viel und gern in Berlin, zumindest bis das naechste Semester beginnt.

July 14, 2007

Jetzt, hier..

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Nach einer Woche Erholung in Istanbul bin ich dann mit Kazo in, wie eigentlich immer, 3 Tagen nach Deutschland getrampt. Die Tour war ganz schoen anstrengend und Schlafmangel macht mich manchmal etwas gereizt. Aber sie war auch sehr schoen. Diesmal sind wir ueber Rumaenien gefahren. Wir haben einen Fahrer getroffen, der meinte er faehrt nach Bukarest und wuerde uns die Nacht durch mitnehmen. Leider ist er dann doch eingepennt und wir sind ohne ihn weiter gefahren, aber die Idee mit Bukarest hatte uns inzwischen sehr gut gefallen.
Die ganze Reise war von merkwuerdigen Ungluecken gepraegt. Ein LKW ist einfach kaputt gegangen, ein anderer hatte einen Unfall. Jemand hat ihn vorne ausgebremst und daraufhin ist ihm ein anderer LKW hinten drauf gefahren. Dann war da der eben erwaehnte eingeschlafene Fahrer, den mochte ich sowieso nicht, also war das schon ok. In Bukarest haben wir ein Riesenunwetter erlebt. Man konnte keine zwei Meter weit schauen, aber immerhin haben wir den schlimmsten Teil davon im Auto verbracht.
Das einzige wirkliche Problem war aber, dass wir am Ende knackemuede in Pirna angekommen sind. Eine wirklich schreckliche Stadt! Die Leute schauen sehr gruselig aus, trampen war sehr unangenehm, die ersten Nazis laufen einem ueber den Weg, falan filan. Jedenfalls haben wir uns dann doch fuer die S-Bahn entschieden.
Ich freue mich schon, wieder hier zu sein und liebe, lange nicht gesehene, Freunde zu treffen, aber ich vermisse auch den Troubel und die Lebendigkeit von Istanbul.

July 1, 2007

Istanbul

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Nachdem ich erst mal einen Tag lang bei netten Bauern in Ardahan meinen geplagten Magen mit guten Landprodukten erholt habe, ging es dann los in Richtung Georgien. Die Grenze bei Ardahan existiert eigentlich nur, um dort Stempel an komische Pipeline-Heinis zu verteilen. Am Grenzuebergang war es jedenfalls ziemlich einsam und die ebengenannten Heinis in orangen BP-Anzuegen kann man auch nicht wirklich als Gesellschaft betrachten. Die waren damit beschaeftigt Privilegien zu genießen (Stempel vor uns bekommen, obwohl wir sehr viel eher da waren, wurden unsere Ausweise beim Anblick der 3 Typen sofort beiseite gelegt.. Moment mal bitte..) und Pipeline-Smalltalk zu machen :

Heini1: “We shouldn’t have to much dust there”
Heini2: “No, well, but.. no dust there..blabla”

Dann also auf georgischen Straßen im Staub unterwegs. Zuerst waren wir in in Akhaltsikhe. Das ist eine mittelgroße Stadt, die uns aber nicht unbedingt gefallen hat. Eigentlich wollten wir uns nur ein bisschen dort umsehen und dann ueber die Grenze zurueckgehen. Die war uns dann aber doch zu einsam, so dass wir beschlossen haben, mal eben nach Batumi zu trampen. Das war naemlich am einen Stadtende ausgeschrieben. Auf dem Weg wurden wir eindringlich vor der schlechten Straße und der Einsamkeit der Gegend gewarnt. Aber Reisen heisst ja auch, sich gezielt in Schwierigkeiten zu bringen. Also weiter. Einen Teil des Weges sind wir dann auch noch gut mitgekommen, nur um uns dann irgendwann, mitten in den Bergen, auf einer wirklich sehr schlechten Straße.. ja eher einem Feldweg durch die Berge wieder zu finden.
Nur mit der Information versorgt, dass vor uns ein Gebirge, oben der Ort Beschumi und dahinter dann Khulo liegt, hat uns dann das wohl einzige Auto des Tages aufgelesen. Das war ein Minibus, der uns aber als seine Gaeste durchs Gebirge einlud. Dann ging es also in die Berge. Als erstes erfuhren wir, dass die Passhoehe sich auf schlappen 2223 Metern befindet. Was fuer ein Gebirge! Einsam und wunderschoen und wir mit gerade mal 10 kmh ueber Berge, durch kleine Fluesse und immer knapp am Abgrund unterwegs. Die Menschen der wenigen kleinen Orten unterwegs waren sehr freundlich, haben alle russisch gesprochen (Mehr als 3 Worte habe ich trotzdem nicht verstanden, aber die konnte man immer neu kombinieren und aufsagen) und wollten uns unbedingt, nicht immer zu unserer Freude, helfen.
Jedenfalls kann ich die georgischen Berge empfehlen: einsam, wild und gigantisch.
Dann wollten wir eigentlich mit dem Zug nach Istanbul fahren, aber an der Grenze hat uns gleich ein sehr netter LKW nach Samsun aufgegabelt, also sind wir mitgefahren.

Jetzt bin ich wieder in Istanbul. Den ersten Tag habe ich nur im Bett verbracht und bin damit dann endlich auch meine immer wiederkehrende Gesundheitsplage mal losgeworden. Ansonsten genieße ich jetzt erst mal diese tolle Stadt und meine lieben Freunde hier.

June 20, 2007

Osten

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Seit 2 Tagen haben wir die Mittelmeerkueste verlassen und touren durch den Osten der Tuerkei. Unsere touristischen Unternehmungen werden durch osmanische Bauten wie schoene, teilkweise noch immer genutzte Karavansereien, zu Moscheen umgebauten Kirchen und alten Stadtmauern dominiert.
In einer dieser Karavansereien, genauer gestern in Urfa, haben wir Müslem den Naeher getroffen. Er hat uns in langen Saetzen seine Vorstellung der Welt vorgetragen. Einiges davon war sehr interessant. Er meint Gott hat da einen Stein hingstellt und wer da drauf sitzt, dem gehoert fuer diesen Moment dieser Stein. Er kann naehen, daher gehoert ihm dieser Naehladen. Nach ihm wird jemand anders kommen, der auch naeht und das wird dann sein Laden sein. Hach das war alles sehr idealistisch und schnulzig. Von ihm habe ich bisher auch das erste nicht verschwoererische Argument gegen die sogenannte westliche Zivilisation (Amerika filan falan) gehoert, die im Moment hier sehr unbeliebt ist, gehoert. Die alten Imperien haben in allen Orten, die sie erobert haben Spuren hinterlassen, so kann man zum Beispiel an den in alten Mauern gefunden Spuren sehen, zu welchen Zeiten die Roemer, die Griechen oder die Osmanen dort herrschten. Von den heutigen Eroberern (again original Amerika), so sagt er, wird man zunaechst nur Truemmer und Muell und spaeter nichts mehr sehen.
Gestern waren wir bei einer kurdischen Familie zu Gast. Das war saehr interessant, aber auch anstrengend. Alte Maenner, die den Famillienteppich betreten, zu deren Bergueßeung alle in der Hirarchie niedriger stehenden aufstehen und fuer die gleich eine Frau flitzt um Tee zu holen und seine Zigaretten zu suchen. Aber sehr nett waren sie und es war auch schoen, so unerwartet in einem richtigen Bett und das unter freiem Himmel schlafen zu koennen.
Seit heute Mittag sind wir nun in Diyarbakır. Es gab hier bisher die angeblich zweitaeltesten Stadtmauern der Welt, schoene Maerkte und ebendiese sehr interessante alte, zur Moschee umgebaute Kirche zu sehen.
Ansonsten bin ich muede muede muede bin ich!

June 18, 2007

kein Urlaub

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ohne groeßere Probleme. Etwa 100 km hinter Antalya mussten wir abends feststellen, dass wir unser Zeltgestaenge verloren haben. Das ist natuerlich bei einem Zelturlaub hoechst aergerlich. Der Ort der Verlierens ließ sich dafuer einigermaßen gut eingrenzen: Picknickplatz in Sahilkent etwa 150 km vor Antalya. Mein erster Gerdanke war: So ein Pech gibt es doch nicht, wir muessen einfach nur mal zuruecktrampen und das Gestaenge liegt bestimmt noch genau da, wo wir es liegen gelassen haben.
Picknickplaetze werden jeden Morgen aufgeraeumt, vor allem, wenn sie sich in Naturschutzgebieten (mit Caretta Caretta) befinden.
Also saßen wir erst mal etwas truebsinnig vor einer Strandbar hinter Antalya. Den Besitzern eben dieser war unser Unglueck nicht entgangen und sie beschlossen uns ein altes Gestaenge, dass noch bei ihnen rumlag, zu schenken.
Das hat natuerlich gar nicht zu unserem Zelt gepasst. Es bestand aus 3 einzelnen Stangen, waereng unser Zelt aus einer Stange, die sich an jedem Ende in 2 Richtungen verzweigt, bestand.
Trotzdem zurueck in Sahilkent, viele Stunden spaeter, sind wir erst mal den Spuren der oertlichen Muellentsorgung und Verwertung gefolgt. Das war sehr spannend und hat uns am Ende nicht zum verlorenen Zeltgestaenge, dafuer aber zu einem Schrotthaendler gefuehrt. Der hatte jede Menge Kram da, um aus dem falschen aber immerhin existenten Gestaenge ein richtiges zu saegen und basteln. Ganz fertig ist es noch nicht, aber es fehlen nur noch 3 Schellen fuer die Stabilitaet.
Inzwischen sind wir nach vielem hin und her in Mersin gelandet. Ich bin voellig platt und fertig. Es gibt einen Satz auf tuerkisch, den ich inzwischen sogar im Schlaf vor mich hinmurmel, weil ich ihn jeden Tag mehrmals zu hoeren bekomme: Çok sıcak bugün - Es ist wirklich sehr heiß heute.

June 15, 2007

Urlaub3

Filed under: Life+Style

Gerade bin ich in Antalya und es ist halb so gruselig, wie ich es mir vorgestellt habe. Gestern war ich richtig schlecht gelaunt. Nachdem wir aus Kaş aufgebrochen waren hat es uns nach Üçağız verschlagen. Es gibt in dieser Gegend anscheinend nur 2 Sorten Orte. Die einen haben die Hotels an der Kueste und die anderen im Stadtzentrum. Der Durchschnıttstouri besetzt dann den jeweiligen Ort, kauft, wie im Reisefuehrer angeraten, nicht beim Tuerken an der Ecke und geht stattdessen in die Bars wo alle Deutsch, Englisch und was noch immer sprechen. In Üçağız stehen an der Kuestenline Yachten und andere Boote und dahinter leben die Leute in Haeusern, deren Bauweise an Geçekondular erinnert. Ach und dann rennen die da alle rum und plaerren Sachen wie: ‘Was koscht nur fuftsch euro? Is ja billisch’ durch die Gegend.
Wir haben uns erst mal erkundigt, wo man an diesem Kuestenort in das Meer springen kann und wurden auf ein sehr groteskes Abenteuer verwiesen.
Man steigt ueber den oertlichen antiken, ich denke lykrischen, Friedhof und badet dort wo ein Plateau ins Meer geht. Es ist schon ein wenig kultur-barbarisch und gruselig, aber die Hitze und schlechte Laune war ueberwaeltigend.
Danach haben wir uns schnell nach Demre (dem Nikolaus-Pilger-Ort) aufgemacht. Es war zwar schon einigermaßen spaet, als wir dort ankamen, aber der Ort hat den Tag gerettet.
Auf dem Markt wlrd man zu erst einmal von einem sehr großen Weihnachtsmann begrueßt, wie er aus dem CocaCola Buch stammen koennte. Danach waechseln sich St. Nikolaus und der neue Weihnachtsmann huebsch ab.
Die St. Nikolaus Kirche ist auch sehr interessant. Ueber die Jahrhunderte hinweg gepflegt, verhaetschelt, beklaut und falsch resatauriert (ein Hinweisschild erklaert dem geneigten Skeptiker, das waeren die Russen gewesen) wuerde nie jemand auf die Idee kommen dort auch nur auf einem Stein rumzuspringen.
Demre selber war endlich ein gewohnt liebenswuerdiger und lebendiger Ort. Nich unbedingt schoen und putzig, aber interessant.
Im Moment sitze ich in einem Internetcaffee, um mich rum zockende Jungs und alle fuer WOW benoetigten Tasten klemmen und sind abgegriffen.
Aber fitte Puschelwesen sind die Kleinen, da waert ihr, liebe meine WOW moegenden Freunde, schnell platt.

June 13, 2007

Urlaub2

Filed under: Life+Style

Ich bin gerade in Kaş, es ist wirklich so huebsch, wie mir berichtet wurde. Urlaub ist anhaltend toll, trampen geht super, die Sonne scheint und es gibt viele spannende Dinge zu entdecken. Zum Beispiel Kaunos, eine huebsche, wegen Malaria verlassene alte Stadt, durch deren Grundmauern man bei Sonnenuntergang sehr huebsch wandeln kann. Sie war abwechselnd meist persisch, roemisch und unabhaengig. Die Roemer, die wohl die letzten grossen Bauherren waren, haben ein Bad und 2 TRempel hinterlassen, so dass man heute auf den Mauern des Tempels des Apoll die Fuesse baumeln lassen kann.
Hoffentlich kommen die nie zu Geld, denn eine Tafel am Eingang verkuendet das Vorhaben, das roemische Bad wieder aufzubauen und ein Museum darin zu errichten. Museen hat die Welt aber mehr, als jahrtausende alte Grundmauern..
Ansonsten lerne ich ein bisschen tuerkisch, beobachte die Bauern und ıhre interessanten Bewaesserungsanlagen, folge erfolglos Schildkroetenspuren (Caretta Caretta) und bebade das Mittelmeer.

May 30, 2007

SßtreTeßrsResßt

Filed under: Life+Style, Jammer

Im Moment bin ich 7 Tage 24 Stunden pro einem davon mit der Organisation des Umzuges beschaeftigt. Sakızağacı hat schon vieles erzaehlt, meine Bloglaune ist in den letzten Tagen ein wenig im Stress untergegangen. Zum Beispiel:

Die Katze muss hierbleiben. Es gibt da eine gewisse EU Verordnung nach der es nur aus bestimmten Laendern unproblematisch ist, sein Haustier mitzunehmen. Die Liste ist zwar lang, aber die Tuerkei steht nicht drauf. Wir haben also die Katze an hoffentlich liebevolle Haende weitervermittelt. Das ist alles noch nicht 100%ig, aber bis Freitag wird es sich (bei der hoffentlich stattfindenden Uebergabe) klaeren. Die Katze hat noch die fuer ein so tolles Exemplar seiner Art sicher nicht schwierige Aufgabe, die gesamte Palette an Schleimereien rauszuholen und sich beliebt zu machen.

Vor ein paar Tagen wurde ich nachts unsanft durch lautes Klopfen und Rumpeln geweckt. Es stellte sich dann heraus, dass die Polizei so gegen 4.00 Uhr in der Nacht irgendwas von unseren Nachbarn wollte. Als der erste Muezzin gerufen hat (Sonnenaufgang), waren sie dann fertig. Mitgenommen wurde, soweit ich das beobachtet habe (Ich habe das genauso wie alle anderen Nachbarn, die bei dem Krach sowieso nicht schlafen konnten, sehr genau verfolgt.) niemand. Am naechsten Morgen klopfte es an der Tuer und ich dachte, dass das sicher der vorher schon mal erwaehnte Nachbarsjunge ist. Der klopft oefter am Tag, mal um zu sagen, dass die Katze draußen ist, mal um zu fragen, ob wir sie rauslassen koennen.
Diesmal war es aber die Polizei. Zuerst standen sie zu zweit vor der Tuer und haben ziemlich rumgepoebelt. Die Drohung, einen Anwalt zu rufen hat sie zwar einigermaßen beeindruckt, sie haben dann nicht versucht, uns (wir standen zu zweit in der Tuer) wegzuschieben und in die Wohnung zu kommen. Sie bestanden allerdings darauf, Paesse zu sehen und als ich losging, um meinen zu holen, flupte der eine von den mittlerweile drei Polizisten in die Wohnung rein. Zum Glueck ist der Flur ziemlich eng und wir standen ihm dann auf je einer Seite im Weg.
Was sollte das Ganze? Das bleibt wohl das Geheimnis der Polizei, wie auch der naechtliche Besuch, bei unseren Nachbarn. Sie haben behauptet, es haette sie jemand angerufen weil es hier Drogen gaebe. Also ich bin ja manchmal blind und so, aber wo in unserer Gegend Drogenhandel stattfindet, sehe ich so gut, wie jeder andere und wie auch die Polizei. In unserem Haus wohnen 2 Familien mit Kleinkinden, die selten Besuch bekommen, ueber 12 Stunden am Tag arbeiten und trotzdem kein Geld haben. Außerdem wuerde jeder von den Leuten hier eher selber kommen und Stunk machen, als die Polizei zu rufen. Die hat im kurdisch gepraegten Mahalle einfach kein gutes Standing als Konfliktloeser.
Es gibt wie immer Geruechte, wie gesagt, die Leute hier sind Kurden, im benachbarten Mahalle wohnen viele Roma und es gibt einen Sanierungsplan, nachdem das Viertel hier fuer andere Zielgruppen erschlossen werden soll. So gibt es hier seit einer Weile viel hellere Straßenbeleuchtung und auch die Muellabfuhr kommt inzwischen mindestens zweimal am Tag. Es soll halt sauberer werden.
Soweit die Geruechtekueche. Was aber wahr ist:

Am Samstag fahre ich in den verdienten Urlaub. Erst in Richtung Dardanellen, dann wohin einen das Trampen in der Tuerkei so treibt. Salzsee, Gebirge, Kaş, Diyarbakır und vielleicht noch einen Abstecher nach Georgien. Abgesehen von kurzen Besuchen in Internetcaffees bin ich dann Anfang oder Mitte Juli wieder an meinem eigenen Rechner zu erreichen.