Die Katze bringt tote Maeuse und tote Salamander an, ok sage ich, das ist eben eine Katze.
Als sie letztens mit 2 anderen Katzen vor der Tuer sass, sag ich auch ok, aber bleibt alle draußen.
Heute kam sie mit 2 Kindern an, die dann ploetzlich neben mir vorm Computer saßen und neugierig viele Fragen, natuerlich in tuerkisch, gestellt haben.
Ich war fix und fertig, die Kinder schon am Schuhe ausziehen und wer hat sich verpisst? Madame Katze..
May 25, 2007
May 3, 2007
1.Mai
Der erste Mai ist auch in der Tuerkei ein ArbeiterInnendemonstrationstag. Im Jahr 1977 kam es bei einer Demonstration anlaesslich dieses Tages zu mir bisher nicht ganz klaren Vorfaellen. Als gesicherte Information darf einzig betrachtet werden, dass es am Taksim-Platz stattfand und dass ueber 30 Tote die Folge waren. Die meisten Geruechte ranken sich um Heckenschuetzen, die von den Umliegenden Hochhaeusern schossen, es geht auch die Legende, es waere zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demo gekommen, bei denen beiderseitig geschossen wurde. Ich werde auf jeden Fall weiter dazu recherchieren. Seit diesem Tag jedoch sind Demonstrationen auf dem Taksim verboten und die Polizei setzt dieses Verbot auch sehr restriktiv durch. Sie ist 24 Stunden jeden Tag des Jahres dort praesent, um Versammlungen sofort zu bemerken und mit dem dort stationierten Raeumpanzer und der mitgefuehrten Bewaffnung zu unterbinden.
In Anbetracht der Tatsache, dass bis heute nicht offiziell klar ist, was genau vor 30 Jahren am Taksim passiert ist, handelt es sich dabei schon um eine Machtdemonstration die vor allem auch provoziert.
Dieses Jahr haben nun einige Gruppen beschlossen, auch um an die Toten von vor 30 Jahren zu erinnern, genau dort zu demonstrieren. 1. Mai - Ich bin am Taksim lautete die Parole. Der erste Mai wird vor allem von kommunistischen und linken nationalistischen Gruppen begangen und aus diesem breiten Umfeld muss sich also auch die Gruppe derer, die nicht an der zentralen, etablierten Großdemonstration in Kadikoey teilnehmen wollten, rekrutiert haben. Wobei ich auch vereinzelt antinationalistische Positionen gehoert habe, aber nicht weiß, inwieweit es sich dabei um Einzelmeinungen handelt. An den verschiedenen verwendeten Formen der Aussagerelativierung merkt man schon, wie schwierig eine Einschaetzung der politischen Lage mit meinem Beobachtungs- und Wissensstand ist.
Am 1. Mai selber gelang es immer wieder Kleingruppen (von bis zu 3000 Leuten) auf den Platz zu kommen und dort zu demonstrieren. Es war sehr interessant zu beobachten, wie sich scheinbare Passanten, durch ploetzliches gemeinsames Klatschen, als Demonstranten zu erkennen gaben. Die Taktik der Polizei war enorme Praesenz und CS-Gas.

Genau das war dann auch in den europaeischen Medien sehr kritisiert worden. Ich kann auch nur bestaetigen, dass dieses Zeug sehr heftig ist, und man durchaus nicht 100% garantieren kann, dass alle ueberleben, wenn man es in eine große Gruppe von Menschen, die sich sehr dicht zwischen 2 Haeuserwaenden draengen, schießt.
Es ist also keine gute Loesung, tamam. Man haette vielleicht versuchen koennen, das Gedenken zu vereinnahmen und eine scheußliche staatliche Veranstaltung mit Polizeiorchester hinzustellen. Aber nehmen wir mal an, man beschließt eine Machtdemonstration und eine Durchsetzung des Veranstaltungsverbotes. Am 1. Mai waren alle Metrolinien gesperrt, die zum Taksim gehen und viele Busse fuhren nicht. Der Stadtverwaltung wird im Nachhinein sehr vorgeworfen, das oeffentliche Leben zum Erliegen gebracht zu haben und es kommen Ruecktrittsforderungen auf. In diese Richtung waere also nicht viel mehr gegangen. Und damit komme ich endlich zu einem der Punkte, die mich seit dem sehr beschaeftigen. In Deutschland ist es so gut wie undenkbar geworden, dass eine Demonstration unkontrolliert und moeglicherweise nur durch Plakate angekuendigt durch die Stadt zieht. Man haette den Tag ueber nicht in Richtung des Platzes laufen koennen, ohne kontrolliert und anhand einer Datenbank klassifiziert zu werden. Es gaebe Platzverweise und ein Computer haette sich all die verwiesenen Personen gemerkt, um sie bei der naechsten Abfrage wieder auszuspucken. Die Polizei haette die meisten “verdaechtigen” Menschen sofort erkannt und unter Beobachtung gestellt. Hier gibt es keine zentrale Datenbank, und Demoteilnehmer, die sich aus allen sozialen Schichten und Altersklassen zusammensetzen, erkennt man erst, wenn sie eben ploetzlich anfangen zu demonstrieren. Das also ist das Szenario aus dem heraus beschlossen wird eine homogene Masse von Polizisten (die im geparkten Zustand tatsaechlich aussiehen wie die aufgestellten Roemergruppen in Asterixfilmen und -Comics) auf eine heterogene Gruppe von Menschen loszuschicken.
Das geschieht dann auch so, dass keine Frage mehr aufkommt, wer sich durchsetzen wird:

Davon bekommen auch wirklich alle Menschen in den Wohnungen und auf der Strasse etwas mit ab. Man kann nicht wirklich nicht involviert sein, keine Meinung dazu haben und das Problem von sich weg weisen.
Da ist nun der springende Punkt: So ist es irgendwie auch nicht gut, mehr Sicherheit fuer die Freiheit der Menungsaeusserung waere angebracht. Aber der Weg, alle Handlungen durch die Polizei zu kontrollieren, Gewalt gezielt gegen einzelne Gruppen und Personen, die man beobachtet und isoliert, anzuwenden und den anderen Menschen das Angebot zu machen kontrollierbar ohne Position zu sein und dafuer nicht mit hereingezogen zu werden ist meiner Meinung nach gefaehrlicher fuer die Freiheit der Meinungsaeusserung, als so laut KrachBumm zu machen. Sicher Sicher, ich weiß wie haesslich das aussieht und sich anfuehlt, aber nicht jeder Weg zu weniger sichtbarer Gewalt und mehr Ruhe muss gut sein und nicht jeder Vergleich mit dem ruhigeren Westeuropa muss fuer dieses ausgehen.
Zu den Demoteilnehmern selber, was kann ich da sagen? Es wurden Parolen fuer die 35 Stunden Woche, fuer mehr Sozialstaat und anderen Gewerkschaftskram gerufen. Das sah alles erst mal sehr links-buergerlich aus. Allerdings bin ich selber noch nicht richtig hinter die feine links-rechts Differenzierung hier durch gestiegen. Innerhalb dieser Arbeiterbewegung jedenfalls kann man einen starken Antiimperialismus - Antiamerikanismus und Antisemitismus beobachten. Die boesen westlichen Kapitalverstrickungen, die sehr viel auch in der EU verortet werden, werden fuer die turbokapitalistischen Zustaende hier in meist sehr plumper verschwoerungstheoretischer Weise verantwortlich gemacht. Das ist jedenfalls auch ziemlich haesslich, aber ich werde zu dem Punkt versuchen noch mehr Menschen in meinem Umfeld zu befragen und weiterschreiben, wenn ich ueber den ersten Eindruck raus bin.
April 20, 2007
komische Rechnung
Heute an der Uni, zwischen Studenten und Integralen ein Gespraech mit Z.
Schon vor 2 Wochen hat sie mir, zwischen çay und Arbeit, mitgeteilt, dass sie abnehmen will und zu diesem Zweck einen Pilateskurs besuchen wird. Heute hat sie mir das traurige Ergebnis dieser Bemuehungen stolz praesentiert: 2 Kilo weniger in 2 Wochen. Ich begann meine Besorgnis ueber die einhergehende Diaet zu aeussern und wir kamen dadurch irgendwie ins Gespraech ueber Kalorienverbrauch.
Me: Bein Nachdenken und studieren verbrennt man doch eine Menge Energie, also ich bekomme davon immer Riesenhunger.
Z: Ja, das stimmt! Ich habe angefangen ein bisschen zu recherchieren in welchem Essen sich wieviele Kalorien befinden und wie man sie bei den verschiedenen Sportarten wieder los wird. Aber ich habe noch keine Tabelle ueber den Zusammenhang von Denksport und Energieverbrauch gefunden.
Me: Ich denke ja, dass man bei Funktionalanalysis die meisten Kalorien verbraucht.
Z: Fuer Klausuren brauche ich mehr Energie als bei Vorlesungen.
Me: Das kommt doch auf die Vorlesung an.
Z: Diplomarbeit ist nicht so gut, da sitzt man so viel rum.
Me: Vielleicht solltest du wirklich lieber eine schwierige Vorlesung besuchen, als Pilates zu machen.
Bei der weiteren Diskussion und Rechnung ueber den Kalorienverbrauch der verschiedenen mathematischen Teildisziplinen schauten uns dann immer mehr Buerokollegen komisch an, so haben sie das bestimmt noch nicht vorgerechnet bekommen. Ich habe so halb versprochen, mir diesen Jogaaehnlichen Sport mal mit anzusehen, aber eigentlich hoffe ich, dass sie bald zu viel Zucker im Tee und gutem Essen zurueckkehren wird.
April 19, 2007
Eleganz
Wenn ich schon mal bei Bildern bin:
Morgens, mit Vorliebe der Tagen wo Mensch wirklich besonders muede und verpeilt ist, kommt en tatlı kedi gerne mit irgendwelchem Gemuese ins Bett und fordert bespaßt zu werden. Dann ist es guenstig das Spielzeug in den Wandschrank zu werfen, und ihr dann dabei zuzusehen wie sie mauzend den Schrank ausraeumt, um ihren biber wiederzufinden. Aber das waere ja keine erwaehnenswerte Begebenheit, wenn sie nicht regelmaessig damit enden wuerde dass moi dann doch murrend aus dem Bett und in denselben Schrank klettert, wenn die Katze es nicht schafft und dann stinkig wird.
Dabei musste es dann natuerlich irgendwann zu einem Vergleich kommen, wer denn im Schrank die bessere Figur macht:

Das Kunststueck wurde inzwischen mehreren Leuten praesentiert und nur boese Zungen sprechen der Katze mehr Eleganz zu. Besonders beim Abgang gewinne ganz klar ich!
Tuerschloss
Vor ein paar Tagen ging die Tuer zur Wohnung nicht mehr zu, weil der Schnapper nicht mehr so recht wollte. Nach einem kurzen Check der anderen in der Wohnung befindlichen Tuerschloesser, dem Tuerschlossmarkt und der finanziellen Lage war schnell klar: Das Ding muss wieder funktionieren. Also erst mal einen passenden Schraubenzieher besorgen und aufschrauben.
Zuerst sprangen ein paar Federn und andere Einzelteile in alle Richtungen davon, was dann auch noch die Katze auf den Plan gebracht hat. Insgesamt ist der Mechanismus aber nicht besonders kompliziert und gerade deswegen sehr spannend. Nachdem ein bisschen Rost raus und Oel reingewandert war und alle Teile wieder an ihrem Platz saßen, schnappte auch wieder alles.

Das einzig komplizierte war der Einbau, weil die Hoehe des Loches in der Tuer nicht wirklich zu der des Gegenstueckes in der Wand gepasst hat. Der Usta hatte das damals geloest, indem er das Schloss mit den Schrauben um einige Milimeter nach oben angezogen hat. Aber bis wir herausgefunden hatten aus welchem Grund die Schrauben so schief und fest da drin waren, sind noch eine Menge Nerv und Muskelkater angefallen.
Immerhin war es eine gute Gelegenheit mal wieder mit den Nachbarn von oben zu kommunizieren, die alle Weile mal vorbeikamen, um sich nach dem Stand des Fortschritts zu erkundigen und anzubieten einen Usta anzurufen.
April 10, 2007
Hatay II
sakızağacı hat ja schon angefangen, ein wenig von unserem Urlaub zu erzaehlen.

Kurz vor Dörtyol haben wir zum ersten Mal draußen in der Sonne Kaffee getrunken, bevor wir dann die Autobahn verließen. Da hat uns erst mal die oertliche Polizei aufgelesen und mit zur Wache genommen, weil sie es nicht gut fanden, wenn wir so in der Gegend rumlaufen ohne ordentlich gefruehstueckt zu haben. Die Wache war sehr witzig. Alle liefen in Freizeitjogginghosen rum und im hinteren Teil des Raumes standen Sofas mit Blick auf einen großen Fernseher der lustige Militaerkriegsfilme mit im Sumpf rumkrabbelnden Soldaten abspielte. Vorne waren mehrere Fruehstueckstische gedeckt und wir wurden mit an einen davon gesetzt. Es war dann auch einigermassen schwierig, dort wieder los zu kommen.
Eigentlich sind wir ja in diese Gegend gefahren, weil uns von sehr vielen Leuten hier von der Schoenheit von Antakya vorgeschwaermt wurde. Wir sind dann auch dort gewesen, aber da hatten wir dann schon die Bekanntschaft von Nv gemacht, der uns nach Kırıkhan gebracht hat. Anfangs war es sehr nett mit ihm abzuhaengen, wir sind viel mit dem Auto rumgeduest, haben am Strand rumgehangen und diskutiert. Aber er ist auch derselbe komische Typ der irgendwann beschlossen hat, sich in meinen Pass zu verknallen und mich unangenehm anzubaggern. Ich kann nicht genug tuerkisch, um richtig zu poebeln und er war irgendwie resistent gegen nein. Also hatten wir viele interessante Diskussionen, ob jetzt sakızağacı aufgrund von mehr tuerkischkenntnissen und mehr ernstgenommenem Erscheinungsbild da jetzt mal was fuer mich klaeren sollte, oder ob wir versuchen sollten einfach abzuhauen, oder was sonst getan werden konnte. Bevor wir es geschafft haben wegzukommen bin ich dann aber doch noch explodiert und habe wild mit Steinchen den paar Schimpfworten die mir einfielen um mich geworfen. Da war er dann beleidigt und ich besser gelaunt.
Das war dann ein ganzes Stueck von Antakya weg bei İskenderun, es war dort auch schoen, also sind wir geblieben.
Danach waren wir erst mal 3 Tage in einem interessanten Dorf bei Arsuz. Diesmal war es ein Grundschulleiter, der uns an seinen Lieblingsurlaubfleck, das lustige Dorf, auf Hatay gebracht hat. Aber ich muss erst mal essen. Es gibt ein tolles Moussaka, das kann nicht warten.
March 31, 2007
Ferien
Seit gestern habe ich endlich Ferien und heute Abend geht es los. Der Plan ist in Richtung Ankara, dann weiter der Sonne nach zu trampen und moeglicherweise in der Gegend bei Adana anzukommen:

Ich bin schon ganz aufgeregt, mal sehen wo wir landen werden.
March 25, 2007
Ausflug
sakızağacı hatte es ja schon angekuendigt und gestern war es dann so weit: Visumsausflug nach Bulgarien. Als mein Wecker Freitag morgen wie immer viel zu frueh klingelte, konnte ich es mir gar nicht richtig vorstellen. Ich musste ja auch erst mal einen Tag konzentriert an der Uni rocken, meine Uebungen halten und den Straßenverkehr in dieser Megametropole ertragen. Kurz vor 5 kam ich dann voellig verhungert zu Hause an und nach einem tollen Essen haben wir uns dann auf den Weg nach Bulgaristan gemacht.
Der fing dann erst mal mit dem Verlassen dieser Stadt und einer weiteren Runde Istanbul trafik an. Das bedeutet 2 Stunden mehr stehend als sitzend stop and go durch die Stadt geruettelt zu werden. Irgendwann waren wir dann aber endlich in İkitelli, dem Stadtteil mit der Mautstation in Richtung Edirne. Wir haben uns dann auf den Weg von der Busstation zur Mautstelle gemacht und schon auf dem Weg hielt ein LKW auf dem Randstreifen der Autobahn an. Der hat uns dann mit Tempo 40 bis 60 ein paar Kilometer mitgenommen und an einem dieser hier typischen kleinen Truckstops an der Autobahn rausgelassen. Dort wurde uns auch gleich Hilfe angeboten und wir waren bald Gespraechsthema Nummer 1 im Lokanta. Wir waren dann auch recht schnell mit Tee und Kaffee abgefuellt und an einen netten Fahrer vermittelt, der erst nicht recht wollte, uns dann aber doch schnell mochte. Er hat uns bis zum LKW-Stau vor der Grenze mitgenommen. Dazu muss man sagen, dass tuerkische LKW-Fahrer sehr viel interessanter sind als europaeische. Wenn man als tuerkischer Staatsbuerger ein Visum fuer die Europaeische Union haben will, muss man mindestens ein Haus, ein Auto, einen gut bezahlten Job und viele anerkannte soziale Bindungen in der Tuerkei nachweisen koennen. Wenn man das mit dem Fehlen einer breiten sozialen Mittelschicht zusammendenkt faellt schnell auf, dass Visen fuer die EU meist also nur der reichen Oberschicht vorbehalten bleiben. Als Truckerfahrer kommt man aber selten aus ebendieser, hat aber trotzdem die Gelegenheit viel zu reisen. Und genauso sind sie dann meistens unterwegs. Mit offenen Augen, meist bemueht in vielen Sprachen ein bisschen Smalltalk machen zu koennen, einer differenzierten Meinung zu den verschiedenen bereisten Laendern und dem Bewusstsein, eine anerkannte, vielleicht auch beneidete, soziale Position zu haben.
Wer die, neu zur EU-Aussengrenze erhobene, sich ueber viele Kilometer erstreckende Megamonsterniemandslandschaft bei Edirne kennt und sich dazu vorstellt, wie wir nachts bei Wetterleuchten und kaltem Wind ohne Auto durch diese Oednis spazieren, wird sicher schon beim Gedanken daran furchtbar muede werden. Wir haben uns dann auch erst mal einen verlassenen kleinen Laden in Капитан Андреево gesucht und dort die Nacht verbracht. Es war zwar trocken und windstill, aber ich habe trotzdem um 8, sehr zu sakızağacıs Unglueck, Aufbruch angesagt, so gemuetlich fand ich es dort nicht. Es hat ja auch der wie immer alle Versprechen haltende gute bulgarische Kaffee und eine Reise nach Свиленград auf uns gewartet. Das ist eine sehr nette Kleinstadt, die, da sie dann doch die groeßte in einem weiten Umfeld ist, einiges an Infrastruktur zu bieten hat. Man kann dort in vielen kleinen Kaffees rumhaengen, auf der mit Wimpeln geschmueckten Hauptstrasse promenieren, Koefte vom Schwein essen und Wein kaufen, aber auch Huehner, Truthaehne, Esel und Gaense durch die Strassen spazieren sehen.
Mit vielen tollen Schaetzen im Gepaeck haben wir uns dann, nach einer ausfuehrlichen Kleinstadtbesichtigung, auf den Rueckweg gemacht. An der Trampe haben wir dann auch schnell einen Truck gefunden, der uns bis zur Grenze bringt. Wieder in der Tuerkei haben wir dann Levent, auch Truckerfahrer, getroffen, der uns erst mal zum Essen eingeladen und dann mit in Richtung Istanbul mitgenommen hat. Er durfte aber nicht vor 9 ankommen, weil tagsueber das Ueberqueeren der Bosporusbruecken und ueberhaupt das durch die Stadt gurken fuer LKWs verboten ist. Also mussten wir noch zweimal unterwegs anhalten und uns mit noch mehr Tee abfuellen lassen. Unter anderem haben wir an der Truckerraste ca 100 km vor Istanbul, an der wir vor etwa einem Jahr mal haengengeblieben sind gehalten. Das war ein sehr lustiges Wiedersehen, weil ich dort eine merkwuerdige Veraenderung an mir bemerkt habe. Mir ist erst nach dem Verstreichen von ganzen 15 Minuten an den Blicken der um mich herum Sitzenden aufgefallen, dass ich die einzige Frau im Lokanta bin. War ja auch ein Truckstop, aber irgendwie gewoehnt man sich auch daran, also die Stimmung, der Tee und das Essen in diesen Lokalitaeten ist wirklich gut.
Na jedenfalls war es eine sehr aufregende Reise und ich habe viele lustige, witzige und aufregende Geschichten noch nicht erwaehnt, aber bestimmt wird sakızağacı ein paar davon noch erzaehlen.
March 18, 2007
Mein Mahalle
Am fruehen Abend lag schon ein Hauch von Stress und Aufregung in der Luft. Als wir vorhin nach Hause kamen liefen ein paar Robocops mit Riesenflashlight die Parallelseitengasse runter. Von der einen Seite munkelt es Nevroz, von der anderen Diyarbakır und von hinten Irak. Wenn man abends gerade friedlich das Wohnungsschloss wechselt und dabei einen beißenden Geruch in der Nase verspuert und sowieso schon ein ungutes Gefuehl hatte, weil die Prostituierten von oben irgendwesgen heute Nacht nicht arbeiten, dann wohnt man im kurdischen Mahalle.
Ich denke auch, dass die Aufregungen gerade wohl etwas damit zu tun haben, dass in der oeffentlichen Diskussion immer mehr mit einem tuerkischen Militaereinsatz gegen die Kurden im Irak gespielt wird. Ein paar kurdische Politiker, die daraufhin meinten, das dann als Angriff auf sie selber zu bewerten, wurden verhaftet und das Land schaut seit Tagen abwartend gen Diyarbakır.
Mal sehen, ob sich noch mehr herausbekommen laesst, als problem var. Auf die Cops bin ich aber schon auch sauer, was ist den das bitte fuer eine bloede Taktik bei jedem Stress das ganze Viertel im Traenengasnebel zu versenken. Das ist immerhin ein ganz schoen heftiges Zeug.
Ja und ausserdem ist wirklich bald Nevroz.
March 4, 2007
Podcast
Lange ging ja das Geruecht um, aber nun ist er da: der neue Antifa Podcast Channel A. Im Moment quaelt er sich noch durch die langsame Leitung hier und ich bin schon ganz neugierig wie er so ist, aber die Themen klingen schon mal sehr spannend.
Also ich bin dabei und voller Vorschusslorbeeren. Hurra, hurra und in 20 Minuten ist er da!